Wir haben uns den häufigsten Einstellungsfehlern beim Mountainbike angenommen und daraus einen kleinen Leitfaden erstellt, wie man solche Fehler umgehen kann. Lesen Sie selbst, ob Ihr MTB richtig eingestellt ist, oder ob an ein oder anderer Stelle noch etwas geschraubt werden kann.

1. Mit abgeknickten Handgelenken fahren

Fährt man permanent mit abgeknickten Handgelenken können auf Dauer Schmerzen und Taubheitsgefühle in Armen und Händen entstehen. Darunter leidet zum einen die Kontrolle über die Bremsen und zum anderen werden Lenkmanöver erheblich erschwert. Und das wirkt sich nicht zuletzt auf den Fahrspaß aus. Damit es gar nicht erst soweit kommt, können folgende Maßnahmen im Voraus ergriffen werden: Achten Sie im ersten Schritt immer auf ergonomisch korrekt eingestellte Lenker und Bremshebel. Dafür lösen Sie zunächst die Vorbauschrauben und verschieben den Lenker so lange auf- oder abwärts, bis die Handgelenke sowohl von vorne, als auch von hinten betrachtet, eine Linie
mit dem Unterarm bilden. Die Bremshebel werden so eingestellt, dass Handgelenk und Unterarm auch beim Bremsen nicht aus dieser Haltung gebracht werden. Die Bremse liegt in der Beuge des Zeigefingers. On Top zur ergonomisch besten Einstellung können Sie außerdem sogenannte Plattformgriffe wählen. Sie verfügen über eine große, flügelförmige Auflagefläche und reduzieren dadurch den Druck an Ballen und Innenhand.

2. Die falsche Sattelhöhe

Ist der Fahrradsattel zu hoch eingestellt, erkennt man dies bei einem Blick von hinten auf den Biker schnell. Eindeutigstes Indiz für diesen „beliebten“ Einstellungsfehler ist ein taumelndes Becken, welches häufig die Ursache für Sitzbeschwerden ist. Der zu tief eingestellte Sattel hingegen, verweigert den Beinen des Radlers die optimale Streckung in der Tretbewegung. Aufgepasst: Wird dieser Einstellungsfehler nicht zeitnah behoben, können sich Muskeln dauerhaft verkürzen.
Lösung: Mit der sogenannten Hügi-Formel lässt sich die optimale Sattelhöhe leicht ermitteln. Zunächst wird dafür die individuelle Schrittlänge gemessen. Dafür stellt man sich ohne Schuhe an eine Wand und klemmt eine Wasserwage horizontal in den Schritt und markiert die Oberkante der Wasserwage an der Wand. Der gemessene Abstand zwischen Markierung und Fußboden ist die Schrittlänge. In der Hügi-Formel wird dieser Wert mit dem feststehenden Faktor 0,885 multipliziert, um schlussendlich die ideale Sattelhöhe zu ermitteln. Dieser Wert ist von der Mitte des Tretlagers bis zur Oberkante des Sattels einzustellen, sodass der Kniewinkel bei unterster Position etwa 145 bis 155 Grad beträgt.

3. Ein extrem geneigter Sattel

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Fahrradfahrer die Sattelnase stark absenken, um den beim Sitzen entstehenden Druck im Dammbereich zu reduzieren. Durch diese vermeintliche Entlastung, verschiebt sich jedoch lediglich der Druckpunkt und rutscht eine Etage weiter runter in Richtung Tretlager und kann dadurch Knieprobleme verursachen.
Fully: Um bei einem Fully eine Neutralstellung des Sattels zu erzielen, muss die Sattelnase minimal abgesenkt werden. Diese minimale Absenkung gleicht beim Aufsitzen das Einsinken des Bikes in den Federweg aus und der Fahrer kann eine korrekte Sitzposition einnehmen.
Hardtail: Bei Hardtails ist die Sattelnase im Idealfall horizontal ausgerichtet. Sollte der Druck im Dammbereich beim Fahren zu groß werden, kann ein Aussparungssattel dieser Beschwerde Abbitte leisten.

4. Sattel ganz vorne oder ganz hinten

Für eine saubere Kraftübertragung auf die Pedale, ist es wichtig, dass der Sattel korrekt sitzt. Den Sattel auf Verdacht komplett nach vorne oder hinten zu schieben, ist also keine gute Lösung.
So geht’s richtig: Ausgangspunkt für eine korrekte Position ist zunächst ein mittig eingestellter Sattel. Anhand dieser neutralen Positionierung kann eine zweite Person – abhängig vom Sitzwinkel des Rahmens – eine finale Korrektur vornehmen. Im besten Fall wurde dieses Fitting jedoch bereits beim Kauf von Ihrem Fachhändler durchgeführt.
Wer sich lieber selbst behelfen möchte, tut folgendes:
In einer angewinkelten Beinposition wird der Fuß auf dem horizontal ausgerichteten Pedal aufgesetzt. In dieser Haltung, sollten Kniespalt und Pedalachse eine senkrechte Linie zum Boden beschreiben. Wenn das der Fall ist, ist der Sattel korrekt eingestellt. Andernfalls korrigieren Sie die Sattelposition, bis die imaginäre Linie senkrecht auf den Boden läuft oder maximal einen Zentimeter hinter der Pedalachse in den Boden geht.

5. Wenn die Cleats beliebig montiert sind

Die Cleats nach dem Motto „Wird schon passen!“ beliebig montieren reicht nicht! Ein falsch angebrachtes Cleat für zu einem falschen Tretwinkel und wackeligen Beinachsen, was wiederrum zu Knieschmerzen führen kann.
Das ist die Lösung: Zunächst werden die Grundgelenke von großem und kleinsten Zeh außen am Schuh ertastet und diese Stellen am Schuh markiert. [Die Grundgelenke sind als deutliche Verdickung an der Fußaußenseite spürbar und sitzen an der Stelle, an der die Zehe aus der Fußfläche hinaus wachsen.] Wenn die Markierungen richtig sitzen, wird eine gerade Linie durch sie gelegt und das Cleat für eine neutrale Position anschließend mittig und einen Zentimeter hinter der Linie am Schuh montiert.

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Bildquelle: Ghost

Kategorie: Aktuelles

  • Wenn bei einem Rad alles richtig eingestellt ist,also Lenker und Sattel vor allem dann ist das schon schön.Ebenso wicht ist die richtige Sattelhöhe.Gelegentlich den Luftdruck kontrolieren ist auch nicht schlecht.Dann macht das Radfahren auch Spass.War grad noch 2 Std. unterwegs.

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