Gewusst wie, bringt das Radeln im Herbst Freude pur.

Hurra, hurra, der Herbst ist da! Für viele Radfahrer sind raue, nasskalte Temperaturen überzeugende Argumente, um das Rad zum vorzeitigen Winterschlaf in der Garage oder im Keller einzubuchten. Wir meinen, dass es deutlich mehr Gründe gibt, dem Fahrrad auch im Herbst die Treue zu halten.

Dass Fahrradfahren gut für Körper, Geist und Seele ist, muss an dieser Stelle nicht weiter vertieft werden. Denn das weiß jeder leidenschaftliche und auch jeder Alltags-Radler. Da die Radwege im Herbst erfahrungsgemäß leerer werden, sind mehr Ruhe und Platz auf den sonst so überfüllten Wegen vorprogrammiert. Wenn man außerdem weiß, worauf es ankommt, kann man den tückenreichen Zeitgenossen des Herbsts, wie zum Beispiel Regen, Matsch, Nebel und Dunkelheit ganz locker trotzen. Kein Grund also, der schweißtreibenden Fahrradhochsaison nachzutrauern…

Angst vorm Ausrutschen? – So nicht!

Um der Rutschgefahr durch nasse Blätter auf dem Boden zu trotzen, gibt es mehrere Methoden. Als erstes gilt: Tempo runter auf nassen Wegen! Aufmerksam fahren und lieber etwas mehr Zeit einplanen lautet hier die Devise. Vielfahrer sind übrigens mit rutschfesten oder Klickpedalen gut beraten. Das A und O für einen guten Halt auf blätterübersäten Radwegen ist logischerweise jedoch ein guter Reifen. Besonders gute Erfahrungswerte von zufriedenen Vielfahrern bringen diesbezüglich der Marathon Supreme Evolution von Schwalbe oder der Conti Top Contact II Reflex mit.

Ein Fahrrad will gepflegt werden

Nasser Boden gleich längere Bremswege – und da das nasskalte Herbstwetter den Bremsbelägen besonders viel abverlangt, sollten diese entsprechend regelmäßiger einem prüfenden Blick unterzogen werden.  Bewegliche Teile am Drahtesel brauchen im Herbst übrigens besonders viel Aufmerksamkeit, da ihnen Schlammspritzer, Regen und Streusalz auf Dauer zusetzen. Insbesondere die gute alte Fahrradkette verlangt viel Liebe und möchte regelmäßig gereinigt und geschmiert werden. Ebenfalls eine Extrabehandlung brauchen motorisierte Bikes, da der verbaute Akku natürlich nicht so kälteresistent ist, wie der Rest des Rades.

Sichtbar sein  – ein Thema für sich

Gute Sichtbarkeit ist einer der größten Sicherheitsfaktoren im Straßenverkehr – zu jeder Jahreszeit! Um bei Dämmerung und Dunkelheit gut zu sehen und gesehen zu werden, gibt’s ein paar Dinge auf die man achten sollte.

  • Sind die Akkus der LED’s geladen?
  • Funktioniert der Dynamo für Vorder- und Rücklicht?
  • Sind alle vorgeschriebenen Reflektoren vorhanden?

Wenn diese Fragen alle mit „ja“ beantwortet sind, hat man eine gute Grundlage. Über alle obligatorischen Lichter und Reflektoren hinaus, ist es laut StVZO jedoch sogar ausdrücklich erlaubt, noch mehr im Sinne der eigenen Sichtbarkeit zu unternehmen. Zur besseren Sichtbarkeit von der Seite, können zusätzlich zu den gelben „Katzenaugen“ oder dem Reflexstreifen am Reifen, sogenannte Reflektor-Clips an den Speichen angebracht werden. Auch denkbar sind Reflektoren an Kleidung, Rucksack oder Helm.  Wer sich on top die neongelbe Warnweste überstülpt, kann im Straßenverkehr wohl kaum noch übersehen werden.

Viele Blätter, viele Schichten

Ob stürmisch, beißend kalt, angenehm trocken, oder Haare kräuselnd matschig – der Herbst hat seine Launen. Mit ein paar gekonnten Kniffen wird die Garderobe für das Radeln im Herbst aber zu einem echten Multitalent für die unterschiedlichsten Wetterlagen.

Wie so oft, wird bei schwer berechenbaren und tendenziell kühleren Temperaturen in puncto Bekleidung auf das intelligente Zwiebelprinzip gesetzt. So also auch beim Radeln im Herbst. Besonders wichtig für einen gelungenen und effizienten Zwiebellook ist die erste Bekleidungsschicht. Denn wenn der sommerliche Fahrtwind die entstehende Körperfeuchtigkeit nicht mehr direkt und diskret von der dünn verpackten Haut abtragen kann, dann muss die Kleidung entsprechend mehr können. Funktionswäsche aus Kunstfaser oder Merinowolle sind für den Abtransport von gefangener Körperwärme am besten geeignet. Letztere verträgt sich übrigens besonders gut mit dem schnupfenfreien Arbeitskollegen, da sie Schweißgerüche bereits in ihrer Entstehung hemmt. Je nach Temperatur werden dann weitere, isolierende Kleidungsstücke geschichtet. Die äußerste Schicht bildet immer ein Wetterschutz. Bei strömendem Regen sollte dieser keinem Wassertropfen Durchlass gewähren und je beißender die Herbstkälte wird, desto wichtiger wird auch die Windundurchlässigkeit der Jacke. Für all die Tage zwischen diesen Extremen, wählt man idealerweise eine Jacke, die sowohl wasser- als auch windabweisend und dabei gleichzeitig atmungsaktiv ist. Was wie der Gang des Kamels durchs Nadelöhr erscheint, löst zum Beispiel die Tirano Padded Jacke von Vaude. Dieser Alleskönner bringt all die genannten Komponenten clever zusammen.

So wird das Radler-Outfit für den Herbst perfekt

Überzieher jeglicher Art – für Füße, Beine oder in Form von Handschuhen und Mützen – runden das gelungene Herbstoutfit ab. Mütze oder Stirnband sollten dabei so gewählt sein, dass sie noch unter den Helm passen, der bei herbstlich rutschigen Bodenverhältnissen ein empfehlenswerter Begleiter ist. Gegen den rauen Fahrtwind im Gesicht lohnt sich der Versuch, eine schützende Creme aufzutragen, ähnlich wie Eltern es im Winter bei ihren Sprösslingen tun. Eine solche Creme sollte einen hohen Fettanteil besitzen, der effektiv vor austrocknender und rissiger Haut schützt. Generell gilt außerdem: Zum Fahrtantritt ein wenig zu frösteln, ist völlig okay. Denn durch die konstante Bewegung und die geschickt gelegten Kleidungsschichten wärmt sich der Körper nach wenigen Minuten selbst auf. Die Schichten sollten so bequem gewählt sein, dass sie dem Radler ausreichend Bewegungsfreiheit lassen. Ein Schlauchschal, der zum Schutz gegen Fahrtwind über die Mundpartie gezogen wird, schließt auch die letzte Lücke.

Wer mit diesen Tipps und Tricks beim Radeln im Herbst immer noch fröstelt, der kann sich eine Thermosflasche mit heißem Tee im Flaschenhalter am Fahrradrahmen mitnehmen. Wärme von innen kann manchmal wahre Wunder wirken.

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (1 votes, average: 5,00 out of 5)
Loading...

Bildquelle: Ghost

Kategorie: Aktuelles

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.