Ab wann mit dem Fahrrad zur Schule fahren?

2015-03-04_mit dem Fahrrad zur SchuleWollen Kinder mit dem Fahrrad zur Schule fahren, dann müssen sie sicher auf dem Zweirad unterwegs sein. Denn die Teilnahme mit dem Fahrrad am Straßenverkehr stellt ganz andere Anforderungen an Kinder, als das Radeln im Garten. Der Straßenverkehr fordert nicht nur eine sehr hohe Aufmerksamkeit, sondern auch sicheres Radfahren. Möchte das Kind mit dem Fahrrad zur Schule fahren, dann muss es im Straßenverkehr aufmerksam sein, darf sich aber nicht ablenken lassen. Auch das einhändige Fahren sollte keine Schwierigkeit darstellen. Die für das Radfahren notwendigen Kompetenzen erwerben Kinder nicht sofort mit dem schulpflichtigen Alter. Meist beginnen die Kleinen erst in einem Alter von etwa 8 Jahren die notwendigen Kompetenzen zu erlernen.

  • Jüngere Kinder sind noch nicht in der Lage, die Geräusche im Verkehr zu lokalisieren. Erst mit etwa 8 Jahren beginnen Kinder ihr Gehör im Straßenverkehr zu nutzen. Vorher verlassen sich die Kleinen primär auf das was sie sehen, ab etwa 8 auch auf das was sie hören. Anfahrende Autos werden dann nicht mehr nur optisch, sondern auch akustisch wahrgenommen.
  • Das Erkennen von Gefahren wird erst mit zunehmendem Alter möglich. Viele Grundschüler haben Schwierigkeiten zu erkennen, wie schnell Autos fahren, Geschwindigkeiten und Entfernungen richtig einzuschätzen. Erst ab frühestens 8 Jahren beginnen Kinder zu erkennen, ob Situationen gefährlich sein oder werden können. Ab etwa 9 oder 10 Jahren fangen Kinder an, Situationen richtig einzuschätzen und Gefahren zu vermeiden.

Den Schulweg mit dem Fahrrad zurückzulegen stellt sehr viel höhere Anforderungen an Schüler, als den Weg mit dem Schulbus oder zu Fuß zurückzulegen. Damit Kinder mit dem Fahrrad sicher in der Schule ankommen, führen Schulen mit ihren Grundschülern die sogenannte Radfahrausbildung durch. Sollten Sie sich nicht sicher sein, ob in der Grundschule Ihrer Kinder eine solche Radfahrausbildung angeboten wird, dann fragen Sie in der Schule nach.

Die Radfahrausbildung von Grundschülern erfolgt in zwei Phasen. Während in der ersten und zweiten Klasse vorbereitende Maßnahmen durchgeführt werden, erfolgt in den Klassenstufen drei und vier die praktische Ausbildung mit Übungseinheiten und mit einem abschließenden Test. Dieser wird nach Bestehen mit dem Fahrradpass belohnt. Grundschüler sollten erst nach bestandener Prüfung den Schulweg mit dem Fahrrad zurücklegen. Und auch erst dann, wenn die Kids wirklich sicher auf dem Rad unterwegs sind. In jedem Fall gilt: Gehen Sie kein Risiko ein.

Der Transport der Schulsachen

In vielen Schulen gibt es die Möglichkeit einige Schulsachen in der Schule aufzubewahren, beispielsweise in einem Spind. Allerdings müssen Schüler auch jede Menge Schulsachen Tag für Tag transportieren. Ob Hausaufgaben, Schreibsachen, Bücher oder die Brotdose – diese Dinge werden im Schulranzen mitgenommen.

Fahren die Kinder mit dem Fahrrad zur Schule, dann können Sie die Schultasche entweder auf dem Rücken tragen oder in einem Schultaschenkorb transportieren. Dieser wird auf dem Gepäckträger montiert und bietet ausreichend Platz für die Schultasche und ein Plus an Bewegungsfreiheit. Charakteristisch an einem Schultaschenkorb ist die Form. Diese speziellen Gepäckträgerkörbe sind in der Front abgeschrägt, so dass die Schultasche leicht hineingelegt beziehungsweise herausgenommen werden kann. Außerdem verhindert die spezielle Form des Korbes, dass die Schultasche beim Losfahren nach hinten herauspurzelt.

Mit dem Rad zur Schule – der Versicherungsschutz

Eine immer wieder auftauchende Frage ist die Frage zum Versicherungsschutz, wenn Kinder mit dem Fahrrad zur Schule radeln. Grundsätzlich sind Kinder, die den Schulweg mit dem Fahrrad zurücklegen, durch die elterliche, gesetzliche Unfallversicherung (§ 2 Abs. 1 Ziffer 8 Sozialgesetzbuch VII) versichert. Der Versicherungsschutz ist unabhängig von dem Verkehrsmittel, dass die Kinder nutzen. Ob Roller, Fahrrad oder zu Fuß, die gesetzliche Unfallversicherung bietet den Kindern auf dem Schulweg Schutz.

Auch darf die Schule seinen Schülern nicht grundsätzlich verbieten, den Schulweg mit dem Fahrrad zurückzulegen. Ein solches Radfahrverbot wäre eine Verletzung der Grundrechte. Einerseits werden die Eltern in ihrem Erziehungsrecht eingeschränkt, andererseits die Kinder in ihrer Handlungsfreiheit. Dennoch sollten Sie Ihre Kinder erst dann mit dem Fahrrad zur Schule fahren lassen, wenn die Kids ausreichend Erfahrung haben, im besten Fall erst nach bestandener Radfahrprüfung. Denn diese Prüfung schult die Kompetenzen der Kids, die später im Straßenverkehr wichtig werden können.

Kategorie: Ratgeber