Radfahren in Stadtluft - positive Effekte überwiegen
Radfahrer in der Stadt: Die positiven Effekte von Sport auf die Gesundheit werden durch die vom Autoverkehr verpestete Luft nicht zunichte gemacht

Vermutlich hat sich jeder Großstadtradler schon mal ernsthafte Gedanken darüber gemacht, wie sehr es der Gesundheit schadet, die im täglichen Berufsverkehr entstehenden Abgase einzuatmen. Eins ist klar: Das Radfahren in sauberer Luft ist der Variante in den Stickoxidwolken auf jeden Fall vorzuziehen. Und trotzdem können Fahrradfahrer ein wenig aufatmen, denn die positiven Effekte von Sport auf die Gesundheit werden durch die vom Autoverkehr verpestete Luft nicht zunichte gemacht.  Eine Studie belegt, dass selbst das Sporttreiben unter hohen Stickoxidbelastungen zum Beispiel  das individuelle Risiko für einen Herzinfarkt senkt.

Es ist schon paradox und merkwürdig mitanzusehen, dass in Zeiten der globalen Erwärmung und der gestiegenen Belastung durch Feinstaub die Konsequenz deutscher Großstädter zu sein scheint, sich noch mehr in ihre Autos zu setzen, anstatt auf schadstoffärmere Fortbewegungsmethoden zu setzen. Nicht selten sieht man zum Beispiel sonntags die dicken Geländewagen vor dem 300 Meter von der Haustür entfernten Bäcker parken – muss das wirklich sein?

Auch ohne eine wissenschaftliche Karriere hinter sich gebracht zu haben, kann sich ein Mensch mit gesundem Verstand sicher ausrechnen, dass jedes unnötige Provozieren von Abgasen der Gesundheit und unserer Umwelt schadet. Erst recht, dass es fatale Wirkungen hat, wenn Radler und andere Sportler im Feierabendverkehr an der Ampel neben etlichen laufenden Motoren stehen müssen.

Radfahren in Stadtluft: Was die Studie belegt

Ein Team von Gesundheitswissenschaftlern der Universität Kopenhagen ist den Folgen dieser weitverbreiteten Verkehrssituation auf den Grund gegangen. Und tatsächlich zeigt die Studie, dass selbst in Regionen mit hohen Luftverschmutzungswerten die gesundheitlichen Vorteile von Bewegung, den negativen Einflüssen der Abgase überwiegen.

In der Studie, deren Ergebnisse später im Journal oft he American Heart Association Reports veröffentlicht wurden, haben die Forscher über 50.000 Menschen im Alter zwischen 50 und 65 Jahren untersucht. Rund 3.000 Probanden erlitten in den 18 Jahren Untersuchungszeitraum einen Herzinfarkt. Diese Zahlen nahmen die Wissenschaftler als Grundlage, um einen Zusammenhang zwischen der Stickoxidbelastung der einzelnen Wohngebiete und dem Herzinfarktrisiko der Probanden in Anhängigkeit zu ihrer sportlichen Aktivität herzustellen.

Die schädlichen Stickoxidgase entstehen bei der Verbrennung in Motoren, weshalb es nicht verwundert, dass insbesondere im Berufsverkehr und an allgemein viel befahrenen Straßen, die zulässigen Grenzwerte schnell überschritten werden. Probanden, die in Wohngebieten leben, in der die Luft stark verpestet ist, erlitten messbar häufiger einen Herzinfarkt, als die Probanden aus verkehrsberuhigteren Gebieten. Diejenigen, die jedoch ebenfalls oft in stark belasteten Gegenden unterwegs waren, aber währenddessen Sport trieben oder eben radelten, erlitten wesentlich seltener einen Herzinfarkt oder wiesen ein verringertes Risiko dafür auf.

Dieses Fazit sollte allerdings differenziert betrachtet werden, da es sich nur einer von mehreren gesundheitsschädlichen Komponente unserer Stadtluft widmet. Insbesondere die gesundheitlichen Risiken, die durch Feinstaub entstehen, müssten noch genauer unter die Lupe genommen werden, als in der Studie auf die sich dieser Artikel bezieht.

Aber dennoch: Bereits moderates Radfahren von ca. vier Stunden in der Woche, senkt das Herzinfarktrisiko deutlich, selbst wenn die Probanden regelmäßig Autoabgasen ausgesetzt waren. Sport ist also für alle Menschen gesund, auch wenn die Bedingungen in den Wohngebieten und auf Arbeitswegen unterschiedlich sind – die Idealvorstellung wäre natürlich dennoch, in sauberer Luft zu joggen oder in die Pedale zu treten.

Kategorie: Ratgeber

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.